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Griechische Osterbräuche

Ostern-01Ostern ist das Fest aller Feste für die Griechen. Die Gottesdienste und die Bräuche der Karwoche (Große Woche) sind besonders beliebt unter den Gläubigen, deren Mehrheit die Gelegenheit des Osterfestes nutzt, um ihre Bindung an die Religion und die Tradition zu verstärken bzw. zu erneuern. Von Rhodos bis Korfu und von Kreta bis Thrakien, an jeder Ecke Griechenlands wird Ostern auf besondere Weise gefeiert. Bräuche und Traditionen werden während des wichtigsten Festes des Christentums besonders gepflegt und gelebt. Die markantesten Bräuche sind die der Karfreitags-Prozession des Epitaphs und des „Großen“ - Karsamstags mit der Auferstehung Jesu Christi, welche von Region zu Region variieren.

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Im Dorf Metres Thrakiens wird von Kindern ein Abbild von Judas gestaltet, welches nach der Epitaphsprozession verbrannt wird. In Gagales von Heraklion (Kreta) wird ein solches Abbild während der Auferstehungsabendmesse am Abend verbrannt, nachdem der Pope „Christos Anesti” (Christus ist auferstanden) verkündet hat. In Leonidio (Peloponnes) bedeckt sich der Himmel am Abend der Auferstehung mit Leuchtballons, die von den Gläubigen gestartet werden. In Kalamata wird am Ostersonntag der Brauch des „Saitopolemos" (Krieg mit Pfeilen) – Papprohre werden mit Schwarzpulver gefüllt und explodieren in der Luft – begangen, der auf die Zeit der Befreiungskämpfe der Griechen gegen die Türken zurück geht. Auf der Insel Hydra wird das Epitaph nach seinem feierlichen Umzug durch die Gassen ins Meer getaucht, damit die Wasser geweiht werden. Auf Paros in Marpissa sieht man während der Prozession des Epitaphs die Darstellung der Leiden Christi.

Auf Chios beginnt gleich nach der Auferstehung der so genannte Raketenkrieg zwischen zwei Gemeinden, Vrontados und Panagia Erithiani, ein Brauch, dessen Wurzeln in die Zeit der türkischen Besetzung reichen. Auf der Insel der Apokalypse, Patmos läuft am Gründonnerstag die Darstellung des „Abendmahls" (Niptiras) und am Ostersonntag ist das Osterevangelium in sieben Sprachen zu hören.

Einzigartige Bräuche findet man auch auf den Ionischen Inseln. Auf Korfu spielen am Karfreitag Musikgruppen Trauermärsche in allen Vierteln der Stadt und begleiten die Epitaphe bis zu ihrem Zusammentreffen in der Innenstadt; am Karsamstag nach der ersten Auferstehung werden Wasserkannen durch Fenstern auf die Straßen geworfen. Auf Zakynthos lässt der Pope kurz nach dem Sonnenaufgang am Karsamstag weiße Tauben fliegen und die Einwohner werfen Tontöpfe auf die Strassen, um die Auferstehung Christi zu feiern.

(N.Pas.)

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