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Die "Felsenschwalben" Griechenlands

Felschenschwalben 01Eine Reise zur Geschichte und Verbreitung der traditionellen Steinhäuser- Baukunst in Griechenland, Albanien und der Türkei. Wie die Felsenschwalben waren sie in den felsigen Gebirgsregionen Nordgriechenlands beheimatet: die typischen Handwerksmeister, die die traditionelle Steinbaukunst beherrschten. Deswegen werden die Handwerksmeister selbst auch als "Felsenschwalben" bezeichnet.  Von den Städten Jannena, und Kastoria , sowie von den Zagoriadörfern in Epirus aus, begannen sie schon während des 18. Jahrhunderts, zur Zeit des osmanischen Reichs, in andere Gebiete auszuwandern und ihre Kunst zu verbreiten. Die charakteristischen, aus Natursteinen gebauten Häuser, Kirchen, Bogenbrücken und Minarette zeugen bis heute von einer Jahrhunderte alten Tradition.

 

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Diese verbreitete sich in vielen Städten Nordgriechenlands bis einschließlich Thessaloniki, darüber hinaus in Städten von Thrakien bis Konstantinopel, das heutige Istanbul.  Die Reise zeigt mehrere Wandertouren der "Felsenschwalben", um die Monumente ihres kulturellen Nachlasses zu erkunden. Dabei wird nachgewiesen, dass es nicht nur um die spezielle Baukunst geht, sondern vielmehr um den breiten kulturellen Einfluss auf viele Gebiete, von Nordwestgriechenland über Ostthrakien bis Istanbul, und von Kleinasien bis zum Schwarzen Meer. Aber auch der umgekehrte Weg des kulturellen Einflusses von Ost nach West wird dokumentiert, von den Städten im Osten des osmanischen Reiches zu den Heimatorten der Handwerksmeister, die bis an die albanische Grenze heranreichen.  Die Reise hat zwei Ausgangspunkte. Beide Routen von West- nach Ostgriechenland verlaufen jedoch parallel und treffen sich in Thessaloniki. Die eine Route führt die "alte" Egnatia Straße entlang, die schon im Altertum bekannt war und über Dyrrachion, Florina und Edessa nach Thessaloniki führt. Die andere  Route orientiert sich an der heutigen Egnatia Straße, die von Albanien aus Richtung Ostgriechenland verläuft. Der erste wichtige Aufenthalt ist in Konitsa in West-Mazedonien, wo viele der traditionellen Natursteinhäuser und der steinernen Bogenbrücken zu sehen sind. Hier erzählen die alten Handwerksmeister über ihre Arbeit und über ihr Leben in der Emigration in Anatolien. Wir erfahren, dass die "Felsenschwalben" in dieser Gegend die ersten Schulgebäude gebaut haben, und zwar schon während des osmanischen Reiches. Eine besondere Gewichtung kommt im weiteren Verlauf der Reise den Steinbrücken von Grevena zu, da sie die größten und wichtigsten noch erhaltenen Bauwerke darstellen. Außerdem werden wir in dieser Gegend mit dem aktuellen Problem der verlassenen Bergdörfer konfrontiert, aus denen die Einwohner größtenteils ins Ausland ausgewandert sind. In Kozani, Siatista und Veroia kann man die schönsten Herrenhäuser aus der Türkenzeit bewundern. Sehenswert ist auch die Ruine der Pascha-Brücke, die am Aliakmon Fluss liegt. Von der Hauptstadt des Nordens, Thessaloniki, wo sich beide Routen treffen, beginnt eine neue Wanderstraße der Handwerksmeister Richtung Konstantinopel.  In vielen Orten entlang dieser Linie werden weitere Beispiele der Steinbaukunst gezeigt, so in Nigrita, Prosotsani, Agiti und Adrianoupolis. In Konstantinopel werden die berühmten Kirchen dieser Bauart (zum Beispiel die Evangelistria in Tataula) und andere großartige Bauten wie die "Große Schule des Griechentums" besichtigt.  Schließlich führen auch im asiatischen Teil des osmanischen Reiches "alle Wege nach Konstantinopel". Da gibt es zwei Routen, die in den Bergregionen bei Pontos bzw. Kappadokien beginnen. Dort waren nämlich viele Dörfer und Städte seit Jahrhunderten von Griechen besiedelt. Auch entlang dieser Routen findet man daher viele bedeutende Steinbauwerke, so zum Beispiel in Ardassa die berühmte drei bogige Steinbrücke oder die Kirchen in Trapezounta am Schwarzen Meer.

Text: Joanna Ziogala
Bilder: Christa Bauer